Heizen mit der Sonne – umweltfreundlich, effizient und kostengünstig

Simon Müller, Soltop

 

Der Energieverbrauch in der Schweiz und in anderen Ländern steigt kontinuierlich. Der Energie­verbrauch bringt grosse ökologische Probleme mit sich, ist teuer, macht uns abhängig von einzel­nen Ländern und Grosskonzernen. Darüberhinaus sind einige Rohstoffe wie Öl, Gas und Uran langfristig nicht gesichert. Vor allem wenn man darauf hofft, dass der grösste Teil der Menschheit in mehr Wohlstand leben kann, dabei aber auch viel mehr Energie verbrauchen wird. Darüberhinaus ist es sinnvoller, das Öl zur Herstellung von Produkten zu verwenden als zur Verbrennung. Alle mitden­kende Bürgerinnen und Bürger sind gefragt, zu einer Lösung für diese Menschheitsfrage beizutragen.

 

Nach Angaben von Professor Luzzi vom Institut für Solartechnik in Rapperswil brauchen wir von unserem gesamten Energiebedarf etwa 40-45% für die Wärmeproduktion, etwa 35% für den Verkehr, 15% für Strom und 10-15% für graue Energie. Das einfachste und billigste ist natürlich  das Energiesparen. Dort sollten alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden. Dazu gehört insbeson­dere eine gute Isolierung der Häuser und wirtschaftliche Überlegungen, wie der erzwungene Ver­kehr verkleinert werden kann.

 

Gleichzeitig ist es am besten, möglichst die regional vorhandenen Energieträger für den unterschiedlichen Bedarf zu nutzen, dazu gehört bei uns Wasser, Holz und Sonne, teilweise auch der Wind. Für die vermehrte Holznutzung sind Schnitzelheizungen mit Fernwärme bei dichte­rer Bebauung mit damit verbundenen Wärme-Kraft-Kopplungsanlagen sehr sinnvoll. Diese könn­ten auch von den einheimischen Waldbesitzern gedeckt werden, ohne dass industrielle Verarbei­tung nötig wäre. Solche Anlagen könnten vielen Eigenheimbesitzern die eigene Heizungsanlage ersparen und wären auch genossenschaftlich gut realisierbar.

 

Solche Anlagen könnten gut mit Sonnenkollektoren kombiniert werden, die Wärme aus Son­nenlicht herstellen -  für die Warmwasseraufbereitung und für die Unterstützung der Heizung. Sonnenkollektoren sind in den letzten 10 Jahren gut entwickelt worden und erzielen heute einen relativ hohen Wirkungsgrad. Sie können an modernen Hausfassaden, an Balkongeländern oder auf dem Dach installiert werden. Je nach Ausgangslage sind sie bei den hohen Energiepreisen heute auch finanziell konkurrenzfähig.

 

Sonnenzellen oder Solarzellen zur Erzeugung von Elektrizität sind in den letzten 10 Jahren um die Hälfte billiger geworden, sind aber immer noch teuer. Für den einzelnen ist die Installation  sinnvoll, wenn man unabhängiger von der Stromlieferung sein will oder einen Beitrag für eine zu­künftige nachhaltige und ökologische Produktion leisten will. Weil bei einer grossen Anlage die Kosten viel geringer sind, kann man auch einer Solargenossenschaft beitreten. Weiter Informatio­nen unter www.polysun.ch, www.solarenergy.ch, www.soltop.ch, www.swissolar.ch

 

Eine kantonale Volksinitiative St. Gallen will, dass vermehrt Erneuerbare Energien gefördert werden. Bis 26. Februar werden Unterschriften gesammelt: www.energieinitiative.ch