Unabhängiger mit
umweltfreundlicher Sonnenheizung
Öl, Gas und Kohle
sind zu wertvoll zum Verheizen. Besser ist es, Energie einzusparen, zum Beispiel
durch kontrolliertes Lüften oder gute Dämmung bis hin zum Passivenergiehaus.
Wir sollten möglichst viel erneuerbare Energie wie Sonne, Wind, Wasser und
lokal vorhandene Energieträger wie Holz, Biogas und Abwärme nutzen. Das wünschte
sich Simon Müller von der Firma Soltop am Dienstag Abend im Primarium
Gommiswald bei einem Vortrag über das Heizen mit Sonne.
Genossenschaft zur
Förderung erneuerbare Energien
Die Vereine „Pro
Gommiswald“ und „für Direkte Demokratie und Selbstversorgung“ wollen mit
der Förderung erneuerbarer Energien der Umwelt einen Dienst erweisen. Mit Öl,
Gas und Uran macht sich die Schweiz von Ländern und Energiekonzernen abhängig
und erpressbar. Wenn die Schweiz zeigt, dass man von diesen Energieträgern
weitgehend unabhängig werden kann, leistet sie auch einen Beitrag zum Frieden.
Denn die Kriege der letzten Jahre waren immer Kriege um die Vorherrschaft über
diese Energieträger. So kündigten Anton Rüegg und Diethelm Raff an, dass sie
eine Genossenschaft zur Förderung vor allem von Solarstrom im Linthgebiet gründen,
zu der weitere Genossenschafter herzlich eingeladen sind.
1m2
Sonnenkollektor pro Person für ein Jahr warmes Wasser
Simon Müller zeigte
auf, dass mit 1m2 Sonnenkollektor pro Person 60 bis 90% des Jahresenergiebedarfs
an Warmwasser erzeugt werden kann. Benötigt wird ein Speicher von 100 Liter pro
Person. Meist ist nicht bekannt, dass dies fast ohne Einschränkung auch auf Dächern
mit Ost- und Westausrichtung möglich ist, auch bei halbwegs gutem Wetter.
Sonnenkollektoren können sehr einfach mit bestehenden Öl-, Holz- oder Wärmepumpenheizungen
kombiniert werden und reduzieren deren Verbrauch beträchtlich. Wenn man
Sonnenkollektoren einsetzen will, um die Heizung zu unterstützen lohnt sich das
nur bei guter Dämmung des Gebäudes. Dann können 20 bis 50% der Heizkosten
eingespart werden. Siedlungen und öffentliche Gebäude ermöglichen besonders
effizienten Einsatz der Sonnenenergie. Der im Publikum sitzende Gommiswaldner
Gemeindepräsident Peter Göldi gab auf Anfrage bekannt, dass die Gemeinde
Gommiswald Bestrebungen für erneuerbare Energien sehr wohlwollend unterstützt.
Eine kantonale Initiative von Grünen und EVP fordert die besondere Unterstützung
der erneuerbaren Energien und wird wohl bald abgestimmt. Das europaweit bekannte
Institut für Solartechnik in Rapperswil unter Professor Luzzi (www.solarenergy.ch)
gibt Prüfberichte über die besten Sonnenkollektoren heraus. Der Wirkungsgrad
ist sehr unterschiedlich und sollte beachtet werden.
Genossenschaftliche
Energieversorgung?
Hans Gübeli präsentierte
dem interessierten Publikum die Möglichkeit, die hohen Kosten einer eigenen
Heizungsanlage einzusparen, indem sich verschieden Nutzer über eine Fernheizung
zum Beispiel einer zentralen Holzschnitzelheizung oder einer billigeren
Sonnenkollektoranlage anschliessen könnten. Dies wäre am besten in einer
Genossenschaft zu realisieren, damit man nicht einem privaten Investor
ausgeliefert ist. Diese Überlegungen sollen allen Bürgern als Anregung für
die zukünftige Lösung des Energieproblems dienen.
Lilly Merz Raff