Konkordanz
- Als im Jahr 1891 Josef Zemp als erster
Katholisch-Konservativer in den Bundesrat gewählt wurde und als 1929 Rudolf
Minger von der Bauern, Gewerbe und Bürgerpartei als Konsequenz der im Jahre
1918 durch eine Volksinitiative eingeführten Proportionalwahlen des
Nationalrates in die oberste Landesbehörde eintrat, war damit entschieden, dass
in unserem Land eine Opposition um der Opposition willen, wie sie in den
Ländern mit Zweiparteiensystem besteht, kein Platz hat. Wir huldigen damit dem
Grundsatz, dass die grossen staatserhaltenden Parteien an der
Regierungsverantwortung teilhaben sollen, und dass sich die parlamentarische
Opposition von Fall zu Fall in Sachfragen aus verschiedenen Lagern rekrutiert.
Dieses System hat seine Vor- und Nachteile, aber man kann nicht die Vorteile
verschiedener Systeme zu gleicher Zeit haben wollen. Es kommt übrigens auch
hier mehr auf die Menschen als auf das System an.
- Friedrich Traugott Wahlen, Missbehagen im
Wohlstand, 27. Juni 1964. In: Dem Gewissen verpflichtet , Fresh und Washmut
Verlag, Zürich Stuttgart, 1966, S. 205f
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- Im Gegensatz zu anderen Demokratien kennt die
Schweizer Politik das Wechselspiel von Regierungs- und Oppositionspartei nicht.
Seit 1848 wurde bei uns weder eine Bundesregierung gestürzt noch das Parlament vorzeitig
aufgelöst. Kontinuität ist ihre augenfälligste Eigenschaft. Und diese
Eigenschaft wird alle vier Jahre vom Stimmbürger bestätigt… Tatsächlich kann
sich in der Schweiz keine politische Partei brüsten, mehr als einen Viertel der
Wähler hinter sich zu scharen, und deshalb ist auch nicht einsichtig, welche
den nun berufen wäre, die Macht für sich alleine zu beanspruchen.
- Jean Ryniker, Fernand Rausser. Unsere
Eidgenossenschaft. Mondo, Lausanne 1984, S. 30
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