- Der tiefere Sinn der
Neutralitätsidee ist die Friedensidee. In diesem Sinn geht sie aus der Idee der
Schweiz selbst hervor, ist sie die Ausstrahlung der Idee nach aussen. Bundesrat
Petitpierre hat es deutlich ausgesprochen: „Grundsätze, die stets unsere
Aussenpolitik geleitet haben“, sind: „mit allen Völkern in Frieden leben und an
allen Versuchen zur Förderung der internationalen Zusammenarbeit auf den
verschiedensten und weitesten Gebieten teilzunehmen, um so die Machtbeziehungen
zwischen den Staaten durch Rechtsbeziehungen zu ersetzen“. Der wahre Name der
Neutralität ist also universelle Friedenspolitik, d.h. gleichzeitig
grundsätzlicher Verzicht auf Machtpolitik im Verhältnis zu anderen Staaten.
- Wolfgang von Wartburg
(Hrsg.), Wagnis Schweiz. Die Idee der Schweiz im Wandel der Zeit, Novalis, Schaffhausen
1990, S. 258f
-
- Das Streben der
Schweizer und Schweizerinnen geht in erster Linie auf Kontrolle von Gewalt und
Macht, auf Sicherung von Frieden und Stabilität.
- Hans Baur. EU oder
Direkte Demokratie. Oratio, Schaffhausen 1998, S. 52
-
- „Die Schweiz ist ein
geschichtlicher Sonderfall. Ein viersprachiger Kleinstaat, der bis heute
durchgehalten hat, eingekreist von europäischen Ländern, die sich zweimal im
20. Jahrhundert in blutigen Weltkriegen bekämpft haben – wo gibt es das sonst?
Die aussenpolitische Neutralität ist eine besondere geschichtliche Leistung.
Sie hat einigen Millionen Menschen die Schrecken der zwei Weltkriege erspart.
Von der Schweiz ist in den letzten Jahrhunderten nie eine Kriegsgefahr für
andere Länder ausgegangen. Die Nichtbeteiligung an kriegerischen
Auseinandersetzungen hatte immer einen doppelten Nutzen: für uns selbst und für
alle anderen, die vor unserer Armee verschont blieben. Es ist unbestritten,
dass der schweizerischen Neutralität immer eine internationale Funktion zukam,
die von den anderen Staaten als solche anerkannt wurde. Dieser Nutzen bestand
nicht nur im Aufbau des Roten Kreuzes oder in der Bereitschaft für „Gute
Dienste im humanitären Bereich“.
- Peter
Mattmann-Allamand: Heile dich, Helvetia! Plädoyer für das Weiterbestehen der
Schweiz. Das öko-logische und weltweit solidarische Nein zur EG. Verlag
Gegen-Druck Luzern, 1992, S. 70
-
-
- „Unsere gesamte
Aussenpolitik steht im Dienst des Friedens. Der permanent neutrale Staat hat
keine Gebietsforderungen zu stellen. (…) Eine Zurückhaltung drängt sich in der
Einladung zu Gipfelkonferenzen für die Lösung von Konflikten oder im Erlass von
Friedens- und Verständigungsappellen auf. Meist ist die Situation nämlich so,
dass solche Initiativen den einen oder anderen Partner zu begünstigen scheinen,
einen Verdacht, der ihren Erfolg von vornherein in Frage stellt.
- Als einen Beitrag zur
Friedenssicherung dürfen wir auch unsere Bemühungen zum Ausbau der
internationalen Rechtsordnung erwähnen, sei es durch aktive Mitwirkung an
internationalen Konferenzen zur Kodifikation oder den Ausbau des Völkerrechts
sei es die vom Bundesrat in neurer Zeit wieder aufgenommenen Initiativen zum
Abschluss von obligatorischen Vergleichs-, Gerichts- und Schiedsverträgen( ….)
Angesichts der Krise des Völkerrechts handelt es sich hier gewiss um einen
bescheidenen Beitrag.
- Friedrich Traugott
Wahlen, Die Schweiz in der Welt, 7. Oktober 1965. In: Dem Gewissen
verpflichtet , Fresh und Washmut Verlag, Zürich Stuttgart, 1966, S. 240f
-
-
- Effektiv gründet die
mit der Kleinstaatlichkeit verbundene Neutralität darauf, dass die Schweiz
bewusst auf die politische Machtausübung gegen aussen verzichtet. Sie
verzichtet global auf Parteinahme. Dies gilt auch für den Fall, dass in Zukunft
die globalen Mächte, darunter vielleicht auch die EU, in Spannungen und
Machtkämpfe geraten sollten. Diese dauernde universale Neutralität hat den
Sinn, sich abzukoppeln vom Machtwahn von Grossmächten. Dieser Machtverzicht
basiert darauf, dass die Geschichte der Eidgenossenschaft die Schweiz gelehrt
hat: Macht und Gewalt sind entsetzliche Bedrohungen der Menschen und der Natur.
Alles muss getan werden, diese grausame Geisel der Menschheit in ihrer Wirkung
zu beschränken. Dazu gehören neben der bewaffneten Neutralität sicher auch
internationale Vereinbarungen, insbesondere im Hinblick auf den Einsatz von
atomaren und biologischen Waffen, und im Hinblick auf die ökologischen
Bedrohungen.
- Hans Baur. EU oder
Direkte Demokratie. Oratio, Schaffhausen 1998, S. 40
-
- Wir lesen nicht nur
die Reden des Staatschefs, sondern auch sein Politisches Bekenntnis. Dann
wissen wir, was friedliches Gebaren bedeutet.
- Wir kennen die
Wirklichkeit. Wir wissen, dass aggressive Grossmächte einen sehr hohen Anteil
des Arbeitsertrages ihres Volkes für Kriegsrüstung ausgeben und einen
gewaltigen Kriegsapparat unterhalten. Zehntausende von Panzern und Flugzeugen
stehen in Bereitschaft. Fernlenkraketen können jeden Punkt der Erde mit
Atomgeschossen erreichen.
- Hunderttausende
auserlesener Wissenschafter arbeiten ausschliesslich für den Krieg und die
Vernichtung der Menschheit. Immer wieder werden friedliebende Nationen
überfallen und den Machtsystemen solcher Grossmächte eingefügt. Jede
freiheitliche Regung wird mit brutaler Gewalt unterdrückt.
- Albert Bachmann,
Georges Grossjean. Hrsg: Eidg. Justiz- und Polizeidepartement:
Zivilverteidigung, Miles Verlag, Aarau, 1969, S. 239
-
-
- Die Neutralität kann
als Privileg betrachtet werden, wenn sie es uns erlaubt, Kriegen wie jenen
unseres Jahrhunderts zu entgehen. Es ist aber nur natürlich, wenn diesem
Privileg auch Pflichten gegenüberstehen – nicht auferlegte Gebote, sondern aus
freien Stücken akzeptierte Pflichten – zunächst im humanitären Bereich, dann
aber auch, wenn sie dem Frieden dienen und dazu beitragen, störende Probleme zu
regeln oder Streitigkeiten zwischen anderen Staaten auf friedliche Weise
beizulegen.
- Bundesrat Petitpierre
In: Wolfgang von Wartburg (Hrsg.), Wagnis Schweiz. Die Idee der Schweiz im
Wandel der Zeit, Novalis, Schaffhausen 1990, S. 221
-
- Seit dem späten
Mittelalter haben die Eidgenossen auch immer wieder bei Händeln unter den
Nachbarn zu schlichten versucht. Gewiss war die Eidgenossenschaft auch durch
ihre Struktur zu einer solchen Friedenspolitik gezwungen. Aber die Beurteilung
einer Gemeinschaft ergibt sich nicht aus der Betrachtung der Zwänge, denen sie
ausgesetzt sein mag, sondern aus der Frage, was sie aus solchen – angeblichen – Zwängen macht. Ihrer
grundsätzlichen Friedenspolitik, genannt Neutralität, verdankt die Schweiz das
internationale Ansehen, das ihr alle Dienste ermöglicht, die sie dem Frieden
leistet: die Wirksamkeit des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes, die
machtpolitisch unverdächtige Katastrophenhilfe, die gegenseitige Vertretung der
Interessen verfeindeter Staaten, diplomatische Vermittlungen der schwierigsten
Art, wie z.B. zwischen Frankreich und Algerien, wobei oft eine Diskretion nötig
ist, die alles Spektakuläre ausschliesst.
- Die machtpolitische
Unbescholtenheit ist eine der grössten Kraftreserven, welche die Schweiz in den
Dienst des Weltfriedens stellen kann.
- Wolfgang von Wartburg
(Hrsg.), Wagnis Schweiz. Die Idee der Schweiz im Wandel der Zeit, Novalis,
Schaffhausen 1990, S. 259
-
-
- Die Erfahrung zeigt,
dass der ständig neutrale Staat besonders häufig in die Lage kommt, anderen Gliedern
der Völkergemeinschaft bei der Überwindung gegenseitiger Divergenzen, welche
die Schweiz zu erbringen vermag, und ihrer Stellung als ständig neutraler Staat
besteht offenkundig ein enger Zusammenhang.
- Dies bedeutet
natürlich nicht, dass die Fähigkeit zu solchen Diensten auf die Neutralen
beschränkt bleibt. Das Bemühen und die Verfahren zur Schlichtung
zwischenstaatlicher Differenzen stehen auch anderen Staaten offen und werden
von ihnen effektiv benützt. Faktisch ist es aber so, dass ein beträchtlicher
Teil der „guten Dienste“ im weitesten Sinn des Wortes Staaten zufällt, die in
einem Konflikt neutral geblieben sind. Verschiedene Elemente tragen dazu bei:
In erster Linie stellt die Neutralität, insbesondere die ständige Neutralität
eines Staates, und namentlich jene der Schweiz, schon an sich einen
Friedensfaktor dar. Ein bestimmter Staat wird dadurch von vornherein künftigen
Konflikten entzogen. Um als solcher Faktor erhalten zu bleiben, darf diese
Neutralität indessen weder in ein politisches noch in ein militärisches Vakuum
ausmünden. Sie setzt deshalb den Willen zur Verteidigung gegen Angriffe und die
Bereitstellung militärischer Mittel voraus. Die bewaffnete Neutralität der
Schweiz ist Ausdruck ihrer Entschlossenheit. Sie verleiht unserer Haltung
Glaubwürdigkeit. Die derart unterbaute Neutralität bildet sodann in der
Weltpolitik ein Element der Stabilität. Bekanntlich sind es auch unstabile
Verhältnisse, die zwischenstaatlichen Streitigkeiten Vorschub leisten oder zur
Ausweitung von Konflikten führen, weil sie Unsicherheitsfaktoren in das
politische Kalkül der Mächte tragen. Die Politik des ständig neutralen Staates
ist demgegenüber – dies liegt schon im Begriffe selbst – durch ihre Kontinuität
charakterisiert; damit unterscheidet sich dieser Staat vom nur gelegentlich
oder vorübergehend neutralen und erst recht vom wesensverschiedenen
„neutralistischen“ Staat. Stabilität und Kontinuität machen ihrerseits die
Politik des dauernd neutralen Staates berechenbar und gewähren damit den
anderen Mächten Sicherheit. gerade diese letzten Elemente sind für eine
internationale Zusammenarbeit, die bestand haben soll, eine wertvolle
Voraussetzung. Die Gesamtheit der genannten Faktoren verschafft dem neutralen
Staat das Vertrauen der Umwelt und lässt ihn in deren Augen für die Leistung
„guter Dienste“ in manchen Fällen besonders geeignet erscheinen.
- Raymond Probst. Die
internationale Friedensfunktion der schweizerischen Neutralität, In:Wolfgang
von Wartburg (Hrsg.), Wagnis Schweiz. Die Idee der Schweiz im Wandel der Zeit,
Novalis, Schaffhausen 1990, S. 222f
-
-
- Die Neutralität geht
von einem demokratischen „horizontalen“ Modell internationaler Beziehungen aus.
In einem solchen Modell werden alle Länder unabhängig von ihrer Grösse und
Macht als gleichberechtigte und souveräne Partner der Weltgemeinschaft
akzeptiert. Grossmachtpolitik und Grossmachtansprüche haben darin keinen Platz.
Der unabhängige Kleinstaat mit einer reinen Defensivarmee kann als
institutionalisierter Verzicht auf Grossmachtpolitik gedeutet werden. Die
erklärte Neutralität in kriegerischen Auseinandersetzungen ist eine Absage an
militärische Konfliktlösungsstrategien. „Die Fortführung der Politik mit
anderen Mitteln“ darf im nuklearen Zeitalter nicht mehr Krieg sein. Die
schweizerische Neutralität entspricht in vielem den Vorstellungen einer
Weltordnung, wie sie von den blockfreien Ländern im Rahmen der UNO in die
Diskussion eingebracht wurde. Inzwischen ist der gestalterische Einfluss dieser
Ideen am Schwinden. Der Golfkrieg 1991 hat gezeigt, dass das autoritäre,
vertikale Modell der Weltordnung wieder im Aufschwung ist: Die mächtigsten und
reichsten Länder regulieren nötigenfalls mit Waffengewalt die internationalen
Beziehungen.
- Peter
Mattmann-Allamand: Heile dich, Helvetia! Plädoyer für das Weiterbestehen der
Schweiz. Das öko-logische und weltweit solidarische Nein zur EG. Verlag
Gegen-Druck Luzern, 1992, S. 73
-
-
- Es ist dem Bundesrat
selbstverständlich, dass ihm die Stellung der Schweiz in der Völkergemeinschaft,
der die immerwährende Neutralität und das Bestreben nach universell normalen
Beziehungen ihr besonderes Gepräge gibt, eine gewisse Zurückhaltung auferlegt.
Es steht uns nicht zu, in den Ratssälen die Politik anderer Länder zu
beurteilen oder gar Zensuren auszuteilen. Wir müssen den Möglichkeiten
nachgehen, einen Beitrag an die friedliche Entwicklung der Völkergemeinschaft,
nicht nur in politischer, sondern auch in wirtschaftlicher und sozialer
Hinsicht zu leisten
- Friedrich Traugott
Wahlen, Die Schweiz in der Welt, 7. Oktober 1965. In: Dem Gewissen
verpflichtet , Fresh und Washmut Verlag, Zürich Stuttgart, 1966, S. 217
-
-
- Die Schweiz hat
allen Ernstes und immer wieder zu prüfen, ob ihr Beitrag an den Weltfrieden und
an der Kultur der Menschheit bedeutender und wirksamer ist, wenn sie ihn als
Nummer einer grossen Reihe von Völkern oder aber auf eigenem Wege leistet, der
indessen gar nicht der leichtere zu sein braucht. Angesichts der gegenwärtigen
Weltlage sind wir der Überzeugung, dass weder der Welt noch unserem Land
gedient wäre, wenn die Schweizer ihre Eigenart einschmölze d.h. ihre
Volksherrschaft, ihren bündischen Aufbau, die Bürgerfreiheit und die
Neutralität preisgäbe. Und Bundesrat Wahlen sprach dem Grossteil des Volkes aus
der Seele, als er bekannte: “Ob wir es nun als Leistung oder als Gnade
betrachten, so ist es wahr, dass das friedliche Zusammenleben der Stämme und
Sprachen, die einen grossen Teil Europas ausmachen, innerhalb unserer Grenzen
gleichzeitig ein Wunder und ein nachahmenswertes Beispiel darstellt, Für uns
wenigstens muss es auch künftig für die Gestaltung Europas wegweisendes Vorbild
bleiben.
- Georg Thürer.
Bundesspiegel, Ex Libris 1964 S. 141
-
-
- Die Mehrzahl der
Staaten sind Kleinstaaten. So haben zwei Drittel der Mitgliedstaaten der UNO
weniger als zehn Millionen Einwohner. Ihre Zukunft liegt angesichts des
weltweiten Zusammenwachsen und der Telekommunikation in ihrer geistigen und
wirtschaftlichen Leistung. Die wirtschaftliche Leistung von Kleinstaaten ist
pro Kopf allgemein höher als jene von Grossstaaten. Die Zukunft von
Kleinstaaten liegt in der weltweiten Nützlichkeit ihrer Mitarbeit an Hilfe,
Frieden und Wohlstand. Wer zum Kleinstaat und zur Ächtung der Gewalt ja sagt,
muss die Beschränkung der Macht in Kauf nehmen.
- Hans Baur. EU oder
Direkte Demokratie. Oratio, Schaffhausen 1998, S. 52
-
-
- Aufgabe eines
gereiften kulturell vielgestaltigen Europas ist die Führungsaufgabe einer
Grossmacht nicht. Auch nicht jene der Schweiz. Diese ist nach ihrer Tradition
ein Kleinstaat, der auf die Machtausübung nach Aussen verzichtet und sich daher
universal zur dauernden Neutralität verpflichtet hat. Soll sie - und allenfalls
warum - diese erprobte ihr gemässe Haltung aufgeben? Ist dies nötig?
- Hans Baur: EU oder
direkte Demokratie. Oratio, Schaffhausen 1998, S. 83, 84
-
- Die Schweiz kennt
keinen Angriffskrieg, auch nicht in der Gestalt des Präventivkrieges; für die Schweiz gibt es nur – im strengsten
Sinn des Wortes – die Landesverteidigung, Abwehr eines bewaffneten Angriffs.
- Oskar Bauhofer.
Eidgenossenschaft. Selbstbehauptung und Bewährung, , Benziger, Einsiedeln,
1939. S. 129
-
- Freiheit und Friede
gehören zusammen. Aber das ist keine pazifistische Kombination. Auch die
Freiheit kennt das Schwert: aber das Schwert nicht als Instrument einer
ruhelosen Machtgier und als Symbol der ruchlosen Gewalt, sondern das Schwert
als Instrument der Ordnung und als Symbol des unverletzlichen Friedens.
- Oskar Bauhofer.
Eidgenossenschaft. Selbstbehauptung und Bewährung, , Benziger, Einsiedeln,
1939. S. 12
-
-
- Eine geopolitische
Funktion besass die schweizerische Neutralität seit ihrer Entstehung. 1825
anerkannten die europäischen Mächte diese Funktion ausdrücklich, in dem sie
erklärten, die Neutralität der Schweiz liege im wahren Interesse ganz Europas.
Die schweizerische Neutralität hatte die Aufgabe, zu verhindern, dass das
strategisch wichtige Gebiet im Zentrum Europas Zankapfel und Kriegsschauplatz
der Grossmächte wurde; gleichzeitig sicherte sie die Unabhängigkeit der
Schweiz.
- Nach dem Zweiten
Weltkrieg fand die geopolitische Funktion in veränderten Verhältnissen ihre
Fortsetzung im Rahmen des Ost-West-Konflikts. Zusammen mit der österreichischen
bildete die schweizerische Neutralität ein Element der Stabilität und des
Ausgleichs zwischen den zwei Blöcken.
- Prof. Dietrich
Schindler. Neutralität am Wendepunkt? NZZ, 22./23.9.1990
-
-
- Wir Schweizer haben
uns ein demokratisches Instrumentarium gegeben, das mit unseren Uhren
vergleichbar ist. Eine Präzisionsmechanik, in der jedes Rädchen unersetzlich
ist und alles gut geschmiert sein muss, damit das Werk läuft. Ein Bijou, das
mit den Diamanten und Rubinen des gesellschaftlichen und materiellen Erfolgs
besetzt sind. Ein Gegenstand der Bewunderung, aber auch des Neides. Oder
besser. Ein Modell. Ein Grund zum Stolz und gleichzeitig eine beständige
Mahnung zur Bescheidenheit. Diese Demokratie muss lebendig bleiben, wenn sie
nicht verkümmern und sinnlos werden soll. Ihre Grundsätze, die auf der Achtung
der Minderheiten und der Respektierung des Mehrheitsentscheids beruhen,
verdienen es, erhalten zu bleiben; ihre Anwendung in der Tagespolitik muss aber
auch jederzeit überprüft werden dürfen. Niemand in diesem Land hat ein Monopol
darauf, zu den Stützen des Staates oder zu seinen Kritikern zu gehören. Beide
Aufgaben müssen von allen wahrgenommen werden. (…) Unsere Rechte – im weitesten
Sinn ganz einfach die Menschenrechte - wahrzunehmen, darf für uns kein
Privileg, sondern muss eine Pflicht sein. Doch um dieser Pflicht genügen zu
können, müssen wir sowohl aufmerksam und offen gegenüber der Welt wie streng
gegen uns selbst sein. Unsere Demokratie zu leben, kann so zu einem Engagement
für die ganze Menschheit werden.
- Jean Ryniker, Fernand
Rausser. Unsere Eidgenossenschaft. Mondo, Lausanne 1984, S. 122
-
-
- Das grösste und am
besten gelungene Friedenswerk ist unser Staat selbst. Während die Mehrzahl der
anderen Staatssystem darauf ausgerichtet ist, das Bestehende mit allen Mitteln
der Macht zu konservieren, haben unsere Verfassungsgeber grossen Wert auf die
Möglichkeit zu friedlicher Wandlung und Reform von innen heraus gelegt. Sie
standen unter dem Eindruck der Französischen Revolution. Als politische
Realisten wollten sie sich aber nicht mit der schwungvollen Proklamation von
Menschenrechten begnügen, sie überlegten nüchtern, wie Revolutionen und Gewalt
aus der Innenpolitik verbannt werden könnten und sie kamen zum Schluss, dass es
nur einen Weg gebe: die Wandlungsfähigkeit der Institutionen oder, wie sie es
ausdrückten, die leichte Revidierbarkeit der Gesetze. So schufen sie einen
Staat der offenen Türe, offen und damit anpassungsfähig für zeitgemässe
Neuerungen, wie sie aus dem Kräftespiel von Mehrheit und Opposition
hervorgehen.
- Albert Bachmann,
Georges Grossjean. Hrsg.: Eidg. Justiz- und Polizeidepartement:
Zivilverteidigung, Miles Verlag, Aarau, 1969, S. 16
-
-
- “Das Geheimnis, das
wesentlich zu unserm Dasein in Frieden und Freiheit beitrug, ist der Geist des
gerechten Ausgleichs. Wir ertragen den protzigen Reichen so wenig, als unser
christlich-demokratisches Gewissen den Bettel untätig hinnimmt. Als europäische
Humanisten verketzern wir die Sprachen der anderen Gruppen nicht, sondern
lernen und lieben sie. So verschieden wir
sind, so einig sind wir darin, dass die schweizerische Hausordnung mit Gesetzen
und nicht mit Gewehren so geschaffen werden soll, wie es das wandelnde Leben
verlangt. Das Beispiel einer redlichen Hausmeisterschaft ist auch ein Beitrag
zum Neubau der Welt. Wir wollen es nicht predigen, sondern nach bestem Wissen
und Gewissen vorzuleben versuchen“
- Georg Thürer.
Bundesspiegel, Ex Libris 1964 S. 140
-
- Das
ganze Volk muss beseelt sein von der Sendung der Eidgenossenschaft, der Welt
eine Freistatt der Menschenwürde zu erhalten und Hand in Hand mit andern
Staaten und ihren Verbindungen die Wege zu einem gerechten Frieden zu suchen
und zu sichern. Darum hat zum Beispiel die Hilfe an wirtschaftlich
zurückgebliebene Völker nicht nur ökonomischen, sondern auch seelischen Wert,
nicht zuletzt für uns selber, damit man in einem Volk, wo jeder sich sattessen
kann, der Tatsache und der Ermahnung eingedenk bleibe, dass die Hälfte der
Menschheit noch hungert.
- Georg Thürer.
Mitwirkung im Völkerleben 1956 In:
Gemeinschaft im Staatsleben der Schweiz. Haupt-Verlag 1998, S. 301
-
-
- Schiedsgerichtliche
und andere Verfahren der Streitschlichtung sind in der Schweiz schon früh
ausgebildet worden, und es ist zweifellos kein Zufall, wenn in einer nahen
Vergangenheit, namentlich im Völkerbund, schweizerische Juristen und Politiker
eifrig bemüht waren, internationale Schieds- und Schlichtungsverfahren zu
entwickeln.
- J. R. von Salis.
Schwierige Schweiz, Orell-Füssli, Zürich, 1968, S. 27
-
- Bedeutsam ist, dass
die Schweiz im Rahmen ihrer Tradition schon bald ein eigenes Zivilrecht
geschaffen hat. Im Rahmen ihrer jahrhundertealten Erfahrungen hat sie schon
früh eine Kultur der Schiedsgerichtsbarkeit ausgebildet, um Streitigkeiten wenn
möglich friedlich beizulegen. Sie hat die Ausbildung der Schiedsgerichtbarkeit,
die ursprünglich innenpolitisch ausgerichtet war, auf verschiedenen Ebenen in
der ganzen Welt gefördert.
- Hans Baur, EU oder
direkte Demokratie. Oratio, 1998, S. 22
-
- Wenn es nicht
guteidgenössische Tradition wäre, den Standpunkt der Minderheiten mit
besonderer Liebe und Umsicht zu verfechten und ihm von seiten der Mehrheit
Gehör einzuräumen, so gäbe es überhaupt keine Eidgenossenschaft. Gerade in
diesem Punkt können und sollen wir – so will mir scheinen – Vorbild für andere
Völker sein.
- Friedrich Traugott
Wahlen, Stadt und Land, Ustertag 1947 In: Dem Gewissen verpflichtet , Fresh und
Washmut Verlag, Zürich Stuttgart, 1966, S. 57
-
-
- Es mag sein, dass die
Mehrsprachigkeit zuweilen umständlich ist. Sie war aber nie ein Sprengstoff wie
in anderen Staatswesen, wo man die eigene Sprache vergöttert und andere
verketzert. In nationalistischen Staaten wird in grossen Worten verkündet, wer
die gleiche Sprache rede, gehöre auch in den gleichen Staat, und wer darin eine
andere Sprache rede, habe umzulernen oder auszuwandern, sonst sei kein innerer
Friede möglich.
-
-
- Nirgends in Europa
werden auf so engem Raum so viele Sprachen geredet wie hier, und doch
entfremden dies die Schweizer einander nicht wie die Bauleute des babylonischen
Turms, denn in der Sprache de Herzens verstehen wir uns alle: Wir wollen die
Freiheit füreinander und miteinander. Es ist nicht der kleinste Dienst am
vielsprachigen Europa zu zeigen, dass das politische Zusammenleben
verschiedensprachiger Menschen und Völker bei gutem Willen möglich ist und
sogar seelisch bereichert. Gerade der Kleinstaat bedarf dieser Verbindung mit
grossen Kulturbereichen
- Soldatenbuch, 1959 S.
49
-
-
- Geschenke des
Geistes, die ein Land durch begnadete Bürger der Völkergemeinschaft vermitteln
kann, sind berechtigterer Grund zu nationalem Hochgefühl als Eroberungen durch
Waffen
- Friedrich Traugott
Wahlen, Das Rote Kreuz und die Eidgenossenschaft, 19. Mai 1963. In: Dem
Gewissen verpflichtet , Fresh und Washmut Verlag, Zürich Stuttgart, 1966, S.
177
-
-
- Unsere Neutralität
ist ja längst kein “Stillesitzen“ mehr wie vor Jahrhunderten. Schon die
Tatsache, dass die aus eigener Kraft bewachte Schweiz die vermittelnde Stätte
bot, wo entscheidende Verhandlungen über die Kapitulation im zweiten Weltkrieg
stattfinden konnten, offenbarte die Bedeutung einer unverdächtigen
Friedensinsel im Kriegsmeer. Wie sehr man auf den Friedenswillen der Schweiz
baute, ergab sich daraus, dass sie von mehr Kriegführenden um die Vertretung
der Interessen gebeten wurde als andere Staaten der Erde. Dabei lag sie nicht
wie die Türkei, Schweden, Irland und Portugal am Rande, sondern mittendrin im
brennenden, blutenden Erdteil. Das Ausland traute auch seither der ewigen
Neutralität und dem Wehrwillen der Schweiz, wie er auch im Aufbau des neuen
Zivilschutzes zum Ausdruck kommt. Die Landesgrenzen waren seit 1815 stabiler
als die aller anderen Staaten des Erdteils. Niemand im Inland wünschte, niemand
im Ausland fürchtete einen eidgenössischen Angriff. Auch die guten Dienste
bürgten für den redlichen Willen der Eidgenossenschaft. Das Internationale Rote
Kreuz baut seine segensreiche Tätigkeiten weiter aus. Dazu trat unter Leitung
von Rodolfo Olgiati die Schweizerspende, welche Zehntausende von Kindern in
allen darbenden Nationen Europas vor dem Hungertode bewahrte. Die Kinderhilfe
des Schweizerischen Roten Kreuzes ermöglichte während des zweiten Weltkrieges
und kurz danach 150 000 darbenden Knaben und Mädchen einen vierteljährigen
Erholungsaufenthalt in der Schweiz. Dabei fiel einem auf, wie oft gerade arme
und kinderreiche Familien ihr Heim einem Elendkinde öffneten. Es war Mitgefühl
und Dankbarkeit gegenüber Gott, was aufrechten Menschen im verschonten Volk die
Dienste des barmherzigen Samariters zur Gewissenspflicht machte. Andere
genossen das Wohlergehen, das die Hochkonjunktur in nie geahntem Masse brachte,
recht leichtsinnig, und die Genusssucht nahm bald genug überhand. Dabei braucht
die Eidgenossenschaft gerade heute ein Geschlecht, das zu den inneren Werten
steht, die den Bund festigten und Land und Volk befreiten.
- Georg Thürer.
Bundesspiegel, Ex Libris 1964 S. 139f
-
-
- Eines steht
unzweifelhaft fest: Die Existenz des neutralen Kleinstaates Schweiz als Sitz
des Internationalen Roten Kreuzes ist eine wesentliche, um nicht zu sagen eine
absolute Voraussetzung für seine Funktionsfähigkeit. Wenn man sich der Leistungen
des Internationalen Roten Kreuzes während der beiden Weltkriege erinnert, so
wird klar, dass sie von einem kriegführenden Staat aus nicht hätten erbracht
werden können. Nur in einem neutralen Land konnte sich das internationale
Komitee die Unabhängigkeit und Unparteilichkeit wahren. Mit der schweizerischen
Neutralität steht und fällt auch die Wirkungsmöglichkeit des Internationalen
Komitees. Wer den Gedanken vertritt, die schweizerische Neutralität sei
überlebt, soweit es sich um rein schweizerische oder zwischenstaatliche
Interessen handelt, sollte auch diese Seite der Frage überlegen.
- Friedrich Traugott
Wahlen, Das Rote Kreuz und die Eidgenossenschaft, 19. Mai 1963. In: Dem
Gewissen verpflichtet , Fresh und Washmut Verlag, Zürich Stuttgart, 1966, S. 186
-
- Die Doktrin des
Roten Kreuzes lässt sich nicht von einem Tag zum anderen „erlernen“. Sie muss
aus einer Tradition schöpfen können, die in Fleisch und Blut übergegangen ist,
und in der natürlich der Bürger des permanenten neutralen Staates die bestmögliche
Vorschulung besitzt.
- Friedrich Traugott
Wahlen, Das Rote Kreuz und die Eidgenossenschaft, 19. Mai 1963. In: Dem Gewissen
verpflichtet , Fresh und Washmut Verlag, Zürich Stuttgart, 1966, S. 183
-
-
- Was die Neutralität
der Schweiz betrifft, so dürfen wir festhalten, dass sie nicht nur Stellung
abseits bedeutet; unser Land war in seiner Geschichte nicht nur Reduit der
eigenen Sicherheit, sondern auch Zufluchtsort bedrohter Menschen und Gedanken
und Standort helfender und heilender Menschlichkeit.
- Friedrich Traugott
Wahlen, Modell Schweiz, 5. Mai 1965. In: Dem Gewissen
verpflichtet , Fresh und Washmut Verlag, Zürich Stuttgart, 1966, S. 216
-
-
- Es ist
erwähnenswert, dass die erste international Organisation, die internationale
Fernmeldeorganisation und der Weltpostverein mit Gründungsjahr 1875 auf
Initiative des Bundesrates gegründet wurden. Ihnen voran ging die Gründung des
Internationalen Roten Kreuzes, das war nicht einer aussenpolitischen Initiative
des Bundesrates entsprang, aber von ihm in weiser Voraussicht gefördert wurde.
- Friedrich Traugott
Wahlen, Die Schweiz in der Welt, 7. Oktober 1965. In: Dem Gewissen
verpflichtet , Fresh und Washmut Verlag, Zürich Stuttgart, 1966, S. 222f
-
-
- Dank der Neutralität
haben sich ein Viertel aller internationalen Organisationen in unserm Land
angesiedelt, das auf dem Globus so winzig erscheint. Man denke zum Beispiel an
den Weltpostverein, den Welttelegraphenverein, das Zentralamt für
internationalen Eisenbahnverkehr, die Meteorologische Weltorganisation, die
Internationale Arbeitsorganisation, die Europäische Wirtschaftsorganisation
(ECE), das Internationale Erziehungsamt (BIF), das Internationale Komitee vom
Roten Kreuz (IKRK), das europäische Institut für kernphysikalische Forschung,
das Internationale Presseinstitut usw.
- Soldatenbuch, 1959 S.
73f
-
-
- Zum
Bundesbrief:
- Der Bundesbrief von
1291 war ein Landfriedensbündnis. Das Ziel aller altgermanischen Rechtsetzung
war ursprünglich Friedenssicherung. “Friedlos-Erklärung“ bedeutet so viel als
Ausstossung aus der Friedensgemeinschaft, also Ausbürgerung, um modern zu
reden. Jene Grundurkunde spricht denn auch schon von einer Art Sanktionen
gegenüber dem Friedensbrecher, der dem bestellten Schiedsgericht kein Gehör
verleiht. Wer seinem Spruche die Nachachtung versagt, soll von den übrigen
Rechtswilligen dazu gezwungen werden, ebenso der Angreifer im bereits
begonnenen Bürgerkrieg. Wir sehen mit Erstaunen, in welchem Masse die
Wirklichkeit unseres ewigen Bundes mit der noch so unverwirklichten Idee des
heutigen völkerumfassenden Friedensbundes zusammenfällt, der in unserem Lande
seinen Sitz genommen hat.
- Georg Thürer. Tragik
und Trost der Demokratie, 1936. In:
Gemeinschaft im Staatsleben der Schweiz. Haupt-Verlag 1998, S. 66f
-
-
- Der Mitmensch ist
unser Ideal, und wir streben mit allen Menschen guten Willens nach einer Zeit,
in welcher sich auch alle Völker als Mitvölker erkennen und
zusammenfinden. Was in der
vielgestaltigen und mehrsprachigen Schweiz im kleinen möglich geworden ist,
sollte auch eines wirklich schönen Tages im grossen erreichbar sein. Diese
Hoffnung zum vornherein abzuschwören wäre unschweizerisch; ihre Erfüllung schon
für morgen oder übermorgen zu erwarten, wäre allerdings wirklichkeitsfremd. Das
Beispiel eines gesunden Bundeslebens grundverschiedener Gruppen dem Vaterlande
und der Welt zu erhalten, ist auch ein Beitrag an den Völkerfrieden, den wir
als Eidgenossen und als Zeitgenossen ersehnen.
- Soldatenbuch, 1959,
S. 74
-
-
- Die
Neutralität ist seit Jahrhunderten zu einem Teil der schweizerischen
Identität und Ihres Selbstverständnisses
geworden. Völkerrechtlich verankert ist sie seit 1815, praktiziert aber wird sie schon wesentlich
länger, eigentlich seit Beginn der
Neuzeit. Das bedarf einer historischen Erklärung. In ihrer
spätmittelalterlichen Entstehungs-
und Entfaltungszeit war die
Eidgenossenschaft bekanntlich weit davon entfernt, neutral zu sein. Sie griff
zu und expandierte, wo sich ihr Gelegenheit dazu bot, stürzte sich in stets
neue Konflikte, die fast unvermeidlich zu Kriegen führten, ja sie trieb es so
weiter, bis sie von einem drei- über einen
achtörtigen schliesslich zu einem dreizehnörtigen Staatenbund
herangewachsen war, umgeben von einem Kranz von zugewandten und
Untertanenländer. 1513 war diese stürmische Phase ihrer Entwicklung
abgeschlossen, die Kriege um Oberitalien als eine Drehscheibe des europäischen
Staatssystems hielten jedoch an.
- Die Wende von Marignano 1515 war ein
schwerer Rückschlag, keine Katastrophe, wurde jedoch im Bewustsein der
erfolgsgewohnten und verwöhnten Eidgenossenschaft zu einer solchen – umsomehr,
als die Niederlage sich ein paar Jahre später, 1522 bei Bicocca (unweit
Mailands), diesmal an der Seite der Franzosen wiederholte und die Hoffnungen
auf die Lombardei definitiv begrub. Wesentlicher noch als solch äussere
Anstösse war ein grundsätzlicher Mentalitätswandel, der damals um sich griff
und mit dem Stichwort “Reformation”
fixiert werden kann. Wie man weiss, fanden Zwinglis Predigten und Ermahnungen
einen Ausgangspunkt in seinem
Kriegserleben als Feldprediger: Tiefe Erschütterung durch das sinnlose
Blutvergiessen in Kriegen, welche die Eidgenossenschaft überhaupt nicht in
ihrer Existenz berührten , sondern in rein materiellen Soldinteressen ihren
Ursprung hatten. Solch mitreissende Verkündigungen fanden in seiner
Wirkungsstätte Zürich derartigen Wiederhall, dass diese nicht nur als erste
Reichsstadt sich zur Reformation, sondern auch vom Soldbündnis mit Frankreich
zurücktrat und damit eine wichtige Einnahmequelle für einen Teil der städtischen Elite verschüttete. Das
war ein faktischer Anfang der Neutralität ein Bekenntnis zu einem
non-committment, dessen Wirkungen sich damals noch nicht absehen liessen.
- Peter Stadler. Neutralität und
schweizerisches Selbstverständnis. In: Walter Hirt, Robert Nef, Richard C.
Ritter. Eigenständig. Die Schweiz – ein Sonderfall. Verlag moderne Industrie,
2002 S.201f
-
-
-
-
-
-
-