Freiheit
- “Ich finde es
beglückend sinnvoll, dass uns Schweizer nicht das einigt, was wir haben. Sondern
vielmehr das, was wir gemeinsam erstreben. Wir haben nicht gleichen
Stammesursprung und weder gleiche Sprache noch gleiches Bekenntnis, allein wir
haben den gleichen einsatzbereiten Glauben an unser Volk als dem erprobten und
dem berufenen Träger der demokratischen Idee. Deutscher kann man allem Anschein
nach dem Rasseglauben zufolge sein - Schweizer muss man - kulturell gesprochen
- tagtäglich werden. Deutsche Nation ist zunächst ein ethnographischer Begriff,
schweizerische Nation muss vor allem ein ethischer Begriff sein. Der Deutsche
gibt nach der herrschenden Lehre sein Deutschtum mit der Reinheit des Blutes
preis; der Schweizer aber gibt sein Schweizertum mit seiner Freiheit auf.
- Diese Freiheit ist
dreifacher Natur: es handelt sich um die Freiheit des Staates vom Ausland, um
die Freiheit des Bürgers im Staat gegenüber seinen mächtigen Landsleuten und
endlich um die Freiheit des Bürgers vom Staat selbst. Der totalitären Lehre von
der staatlichen Allmacht geht vor allem der Sinn für die dritte Art der
Freiheit ab, während unser J.H. Pestalozzi gerade das Heil darin erblickt, dass
der Staat vermenschlicht und beileibe nicht der Mensch verstaatlicht werde.
- Georg Thürer. Tragik
und Trost der Demokratie. 1936 In: Gemeinschaft im Staatsleben der Schweiz.
Haupt-Verlag 1998, S. 65
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- “Der Kleinstaat ist
vorhanden, damit ein Fleck auf der Welt sei, wo die grösstmögliche Quote der
Staatsangehörigen Bürger im vollen Sinne des Wortes sind. Denn der Kleinstaat
hat überhaupt nichts als die wirkliche tatsächliche Freiheit, wodurch er die
gewaltigen Vorteile des Grossstaates, selbst dessen Macht, ideal völlig
aufwiegt.”
- Jacob Burckhardt, Weltgeschichtliche
Betrachtungen. Über geschichtliches Studium in J. Burckhardt, Gesammelte Werke,
Band IV, Schwabe, Basel 1956, S. 24
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- Staatsbürgerliche
Freiheiten bestehen nur da, wo von ihr gestaltend Gebrauch gemacht werden kann,
wo der Staatsbürger seiner Stimme Gehör zu schaffen vermag, wo die
Überschaubarkeit der Verhältnisse es ihm ermöglicht, sich ein Urteil zu bilden.
- Friedrich Traugott Wahlen, Vom Wesen der
Verantwortung 20. Januar 1962, In: Dem Gewissen verpflichtet , Fresh und
Washmut Verlag, Zürich Stuttgart, 1966, S. 171
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- “Die Demokratie
erweist sich als eine anspruchsvolle Staatsform. Sie erlaubt uns keinen Urlaub
vom Staatsdienst und auch nicht von der Weltgeschichte. Wir müssen unsere
Beobachtung der Weltlage auf der Höhe der Zeit halten, nicht um uns möglichst
wendig anzupassen, sondern um es beizeiten zu erkennen, wenn Gefahren für den
freien Menschen heraufziehen und welche Gelegenheiten sinnvoller Mitwirkung
sich bieten. Denn letzten Endes ist auch uns die Freiheit nicht nur für den
Hausgebrauch da, sondern ein Wort Gottfried Kellers lässt uns nicht los: Wo
immer in der Welt Freiheit untergeht, hat die Schweiz eine Schlacht verloren.
- Georg Thürer.
Eidgenössische Selbstbehauptung und staatspolitische Verantwortung, 1963. In:
Gemeinschaft im Staatsleben der Schweiz. Haupt-Verlag 1998, S. 326
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- Die aktiven Stimmbürger
und Stimmbürgerinnen haben in einer direkten Demokratie auch die Fähigkeit,
einen übermässigen Interventionismus des Parlamentes, des Bundesrates und der
Verwaltung zu begrenzen und für eine der Marktwirtschaft angemessene, absolut
notwendige freiheitliche Ordnungspolitik zu sorgen.
- Hans Baur. EU oder
Direkte Demokratie. Oratio, Schaffhausen 1998, S. 60
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- Für uns steht die
Idee der Freiheit des Menschen in selbstgewählter Gemeinschaft an erster
Stelle.
- Albert Bachmann,
Georges Grossjean. Hrsg: Eidg. Justiz- und Polizeidepartement:
Zivilverteidigung, Miles Verlag, Aarau, 1969, S. 15
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- „Lieber einfach leben
und frei dastehen als in goldenen Ketten kriechen müssen. Darum gelobten die
rhätischen Bergleute, deren Vorfahren einst beim Ahornbaum zu Truns geschworen
hatten, einander zu helfen, solang Grund und Grat bestehen: O freie Armut,
stolz und gut, Der Ahnen Kraft und Kern. Ich schütze Dich mit tapferem Mut Wie
meine Augenstern.“
- Soldatenbuch, 1959,
S. 48
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- Wahre Freiheit macht
edelmütig und bescheiden und nicht unverschämt.
- Heinrich Pestalozzi,
Christoph und Else
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- Um das Jahr 1200
taucht die Gemeinde der Freien am Schamser Berg als selbständig handelndes
starkes Gemeinwesen mit einem selbstgewählten Ammann und eigenem
genossenschaftlichem Grundbesitz auf.” Einen eigenartigen Verband bildeten die
Freien zu Laax, die 1283 sogar von König Rudolph von Habsburg anerkannt wurden
und ihre eigene Gerichtsbarkeit verwalteten. Dann kamen ebenfalls im 13.
Jahrhundert Walser in das Quellenland des Hinterrheins. Der Freiherr von Vaz ,
der ihre kriegerischen Qualitäten schätzte, gewährte ihnen die
Gemeindeautonomie, so dass auch sie ihren Ammann selber wählten. Kurz danach
tauchten sie als eigentliche Kolonisten in Davos auf und verbreiteten sich in
weitere Täler. “Persönliche Freiheit und günstiges Besitzrecht am Boden auf der
Grundlage der freien Erbleihe kamen allen Walsergemeinden zuteil”
- Friedrich Pieth In:
Markus Kutter. Doch dann regiert das Volk. Ein Schweizer Beitrag zur Theorie
der direkten Demokratie, Allmann Verlag 1996, S.38
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